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Bad Sassendorf

Offizielle Eröffnung der Promenade und Inbetriebnahme der Springbrunnenanlage

Redebeitrag von Sven Peuker, Landschaftsarchitekt BDLA, Hofheim am Taunus

Datum, Ort: 01. Mai 2001, 17.00 Uhr, Platz Nass

Rededauer: ca. 7 Minuten


Einleitung

Herzlichen Dank Herr Nickel. Sehr geehrte Besucher des neuen Parks der Saline Bad Sassendorf - wir alle konnten heute auf der Neuen Promenade flanieren und spüren, dass nicht nur für das Leben im Park, sondern auch für Bad Sassendorf insgesamt ein neuer Abschnitt begonnen hat – ich meine die Anpassung des Parks an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts.

Strukturarme Rasenflächen wurden gegen eine Anpflanzung aus 5.600 Farnen in 42 Arten getauscht. Die urzeitlichen Gewächse sollen uns an ein Sassendorf vergangener Epochen erinnern. Doch bis der Farnwald sich mit mächtigen Wedeln von mehr als 2m Höhe zeigt werden mindestens 15 Jahre vergehen. Auch die Obstbäume oder das Prachtstaudenbeet an Hof Hueck werden erst nach Jahren liebevoller Pflege durch die Gärtner der Kurverwaltung zu wirklicher Schönheit finden, aber die Reize des neuen Parks können Sie dennoch Jahr für Jahr in der Blüte der mehr als 20.000 Pflanzen erleben, die in diesem Frühjahr gepflanzt wurden.

Hauptteil

Mit derzeit 25 ha Fläche ist der Kurpark die größte zusammenhängende Grünstruktur des Kurbades Sassendorf. Aus dem Siedlungskern heraus weist der Park nach Norden zur Lippe hin, und wäre da nicht die Bahnlinie, so hätte die Siedlungsentwicklung schon zu früher Zeit große Teile des Parks überprägt.

Im Herbst 1999 dachten wir erstmals konkret über ein Entwicklungsprogramm im Sinne der Nachhaltigkeit für das Moor- und Solebad Sassendorf nach und stellten einen Maßnahmenkatalog auf, der in einem Parkpflegewerk mündete.

Aus artenarmen und stark verdichteten Parkrasen werden, entsprechend den Entwicklungspotentialen der Aue, Wiesengesellschaften naturnah entwickelt.

Unter Erhaltung der Weite des Landschaftsparks sollen heimliche Orte entstehen, die auf kleinen Pfaden entdeckt werden wollen. Schmetterlinge sollen künftig ihr flatterhaftes Leben auch im Kurpark artenreich führen und erschrecken sie nicht wenn in spätestens 3-5 Jahren ein Grashüpfer auf ihrem Lackschuh landet.

Vielleicht wird er sich nicht mit Chorthippus parallelus vorstellen, aber Heckenbraunelle, Zaunkönig oder Schafstelze werden in den Park zurückkehren und zeigen, dass die Nahrungsgrundlage wieder gegeben ist.

Zerreiben Sie Blätter der Minze oder Blüten der Kamille im künftigen Heilgarten der Aue. Der neue Park soll soviel Natur bieten, dass es für alle reicht, die nach Naturerfahrung suchen. Greifen Sie zu! Der neue Park ist auch zum anfassen. Holen Sie sich den Duft mit einem kleinen Sträußchen in ihr Zimmer, stecken Sie sich eine Blume ins Knopfloch und schmücken Sie ihre Kinder mit einer Blütenkrone.

Werden Äpfel und Birnen am Hof Hueck von ihnen nicht verzehrt, breitet sich der süßlich-vergorene Geruch in der warmen Oktobersonne aus. Sie sind auf dem Lande – im Sassendorf!

Der künftige Park soll Natur für alle bieten und verhindern, dass der Besuch des Kurparks mit dem eines Aquariums verwechselt werden kann. Unsinniger Weise bleibt der Besucher heutiger Aquarien übrigens trocken – das ist beim Besuch des Kurparks anders. Bei leichtem Nordwestwind werden Sie sich schon überlegen müssen, ob Sie den nördlichen Park wirklich sehen wollen. Jedenfalls kann ich Ihnen empfehlen künftig die Brille abzunehmen, wenn sie den Platz Nass erreichen. Unser Herr Müller, mit dem ich den Park gemeinsam entworfen habe, hat sich keine besondere Mühe gegeben einen zivilisierten Brunnen zu planen – na ja ein bisschen schon, denn die Höhe der Fontaine wird durch einen Windsensor gesteuert. Das hat mir unser Herr Kampfer verraten, der für die Überwachung der Bauarbeiten der Firma Neumann zuständig war.

Bevor es feucht wird, möchte ich an dieser Stelle der Kurverwaltung und hier insbesondere dem Kurdirektor Herrn von Bloh und dem Aufsichtsrat der Saline Bad Sassendorf GmbH unter Vorsitz des Landtagsabgeordneten Eckhard Uhlenberg MdL NW, für die Planungssicherheit und das Vertrauen bedanken, das sie diesem Vorhaben durch ihre Entscheidungen gegeben haben. Mit der Technischen Abteilung der Kurverwaltung haben wir gemeinsam für den neuen Park gestritten und so möchte ich mich im Namen meines Büros für die Beharrlichkeit und den fachlichen Austausch bei Herrn Hildebrandt und Herrn Meck bedanken.

Und Ihnen Liebe Besucher des Kurparks danke ich am Abend dieses 1. Mai für die Aufmerksamkeit. Sollen wir nun wirklich die Fontaine in Betrieb nehmen Herr Nickel?
(pk)

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