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Bad Sassendorf

Heppen

Kleines Dorf unter rauschenden Eichen · Hepper Hünen · Gräften, Schule, Kapelle
Die alte Freigrafschaft

In unmittelbarer Nähe von Soest liegt Heppen - wenn man auf dem Salzweg steht, der ältesten Straße des Landes, die schon vor dem Hellweg da war, geht der Blick frei und weit in die Ferne, über die große, flachgewölbte Schale des Wirdey weg zu der vieltürmigen Stadt, deren reizvolle Silhouette sich vielleicht nirgends schöner bietet als hier, auf Hepper Grund und Boden. Der Wirdey, die eiszeitliche Mulde, ist besonders wasserreich: hier treffen sich die von der Haar abströmenden Wasser mit den Aufwässern der Lippe. Der Bach, der, von dem Gebiet des ehemaligen Oberhofes Gelmen (Geilmen) kommend, die Mulde durchfließt, heißt Schledde - seltsam genug, da man doch gewohnt ist, mit „Schledden“ die im Sommer austrocknenden Rinnen der Haar zu bezeichnen! Aber Heppen, eines der ältesten Dörfer (um 850) des Altkreises Soest, so klein es auch ist, hat seine Besonderheiten, die ausführlich im Geschichtsbuch SASSENDORF - Vom Sassendorp zum Kurbad - beschrieben werden . . .

 


   Einheitliche Deutung durch die Sprachwissenschaft ist heute wohl noch nicht möglich. Der Ortsname könnte keltisches Sprachgut bergen. Die älteste urkundliche Erwähnung um 850 nennt es Heppiun. „Abbi übergab das Seelenheil seiner Mutter dem Kloster Corvey, was er in Heppiun besaß . . .“, 1145 Heppen; 1441 Kerckheppen. In der Silbe hep wird auch ein Natur- oder Personenname vermutet, mnd. heppe, hippe = krummes Messer; as. heppia, ahd. happa = Sichel, gekrümmtes Messer. Namenkundlich könnte es auf die Form der Siedlung hinweisen; hap- und hep-Namen in Flandern verbreitet; im Siegerland heißt die Sense Happe. Hepern, ein Geschlecht aus Rüthen, weist ein Wappen mit Sichel auf; eine andere mögliche Deutung: hepe = hiefe = hundsrose = rosa canina. Mundartl. (hep'm), Heppium, 9. Jh., Traditiones Corbeienses; Heppen 1167 (SUB I), Haufendorf und der westlich gelegene Einzelhof Schwanebrügge (swal = Sumpfwasserbrücke). Soweit die bekannten Deutungen des Ortsnamens Heppen. Wir greifen altes Sprachgut auf und meinen, Heppen stellt sich eindeutig zu Meppen (Meppiun), kann daher nur ein Gewässerwort enthalten, wie es denn auch in der Heppe (einem Bach bei Meschede) sinnfällig vorliegt. Heppe und Heppen gehören zu den verklungenen (Bach-) Namen der Vorzeit!
   Heppen war Freigrafschaft und wurde 1369 vom Kölner Erzbischof an die Stadt Soest verpfändet. 1548 wurde in Heppen die St.-Matthias-Kapelle abgebrochen.
   Heppen ist eine sehr kleine, lockere Ansammlung von Hofstellen und hat bis heute seine landwirtschaftliche Prägung erhalten. Kennzeichenend sind die innerörtlichen Freilflächen (Wiesen und Weiden) sowie Bachläufe und Teiche, die unverwechselbar das Dorfbild prägen.

   Wohnbevolkerung
   1939   240
   1946   255
   1961   230
   1970   230
   1981   150
   1986   134

In Heppen befinden sich fast ausschließlich landwirtschaftliche oder ehemals landwirtschaftliche Hofstellen, neuere Wohngebäude sind nur vereinzelt entstanden. Der Urkatasterplan ist beim Westfälischen Amt für Denkmalpflege nicht vorhanden.
   Die Gebäude in Heppen sind durchweg nur noch als erhaltenswert, nicht aber als denkmalswert einzustufen. Besonders zu erwähnen sind erhaltenswerte Nebengebäude, die zum Teil wichtige Straßen- und wegebegrenzende Funktionen haben. Als ortsprägendes Sondergebäude ist das ehemalige Feuerwehrgerätehaus einzustufen. Eingetragenes Bodendenkmal ist eine ehemalige Siedlung aus der römischen Kaiserzeit.
   Insgesamt findet man in Heppen ausschließlich dörfliche Straßen und Wege. Charakteristisch sind die hofnahen Freiflächen. Der fast ausschließlich aus landwirtschaftlichen Betrieben bestehende Ort durchläuft seit Jahren einen beständigen Strukturwandel innerhalb der Landwirtschaft: Die Entwicklung von 17 Betrieben (1960/61) über 14 (1969/70) zu (1988) 10 Betrieben.  
   Charakteristisch für das Ortsbild sind die verstreut liegenden Einzelhöfe mit großen Wiesen und Weiden sowie zahlreichen Gehölzgruppen. Markante Bäume sind Eiche, Buche, Linde, Pappel, Kastanie und Platane. Obstbäume sind nur noch vereinzelt zu finden. Nicht orts- und landschaftsgerecht sind Fichtenpflanzungen, die weit sichtbar am Ortsrand stehen.
   Teiche und Tümpel sind von dichten Gehölzbeständen umgeben. Der Friedhof südlich der Ortslage wird durch seinen Kopflinden-Bestand geprägt. Die Nähe zum Kurort Bad Sassendorf legt eine Nutzungs- und Einkommenserweiterung durch „Ferien auf dem Bauernhof“ nahe.


Tips:

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im Wandel der
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