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Enkesen im Klei

Emmenchinchusen (im Klei) und die Güter des Kölner Erzbischofs

Genau im Osten Soests, nicht viel weiter von seiner Kreisstadt entfernt als die Namensschwester bei Paradiese im Westen, liegt Enkesen, dem man zur Unterscheidung den Zusatz „im Klei“ gab. Und der Klei, jener fette, aber flachgründige Tonboden, der sich von der Lohner Flur hier heraufzieht, gibt der Landschaft schon seit Jahrhunderten ihren ganz bestimmten Charakter; im Bördekataster vor rund 300 Jahren finden wir bei jedem der damals bestehenden Höfe bereits die Angabe, wieviel Klei zu seinem „sädigen Land“ gehörte. Klei ist kein guter Boden, er braucht, um Ertrag zu geben, schon ganz besonders günstige Witterungsverhältnisse. Unter der fünfzehn bis zwanzig Zentimeter dicken Humusschicht beginnt gleich der Kalk- und Sandstein, der alles Wasser wegsaugt.
557,5 km östlich von Soest, mundartl. Enkesen im Klai oder Enksen im Klai. - Wenn man die alten Urkunden auf den Namen Enkesen untersucht, ist es nicht leicht, die beiden namensgleichen Dörfer auseinanderzuhalten, denn die Zusätze „im Klei“ und „im Bruch“ gab es im 13. und 14. Jahrhundert noch nicht. Doch steht wohl einwandfrei fest, daß es Enkesen im Klei ist, von dem wir in der Urkunde vom 18. Mai 1229 lesen. Dort heißt es, daß Erzbischof Heinrich von Köln die im Besitz des Herrn Heinrich Hachen gewesenen Güter in Ekdorp (Echtrop), Emmenchinchusen (Enkesen) und Sewardinchusen (Seringhausen) dem Kloster Oelinghausen übereignet. - Eyginchusen1372 und 1489; „Enkhausen“ 1670; älter Egginc, Eiginc zu ag, Wasser, Sumpf? Enkesen ist ein kleines Haufendorf. Der Ort ist ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf im östlichen Gemeindegebiet, unmittelbar an der A 44 gelegen. Kennzeichnend für den Ort ist die durch Mauern und Säume eingebundene Ortsdurchfahrt.

55Wohnbevölkerung:
55 1939 55134
55 1946 55137
55 1961 55162
55 1970 55140
55 1981 55161
55 1986 55163

 

Im Urkatasterplan ist die Grundstruktur des Ortes bereits erkennbar, dies gilt auch für das dörfliche Straßensystem. Die Ortschaft ist typisch geprägt durch große Hofanlagen; die bereits freigestellte, zum Teil zweigeschossige Wohnhäuser aufweisen und deren Wirtschaftsgebäude in der Regel bereits in Ziegelbauweise errichtet wurden.
55Im Ortsmittelpunkt sind dagegen kleinteilige, verdichtete Strukturen zu sehen, wobei die Einzelgebäude schon stark durch Um- und Anbauten verändert worden sind. Die in Nord-Südrichtung verlaufende Ortsdurchfahrt ist im Verlauf und Querschnitt von absolut dörflicher Prägung. Einzigartig ist die Engstelle in der Ortsmitte.
55 Von den 14 Betrieben, die 1960/61 in Enkesen im Klei gezählt wurden, hat sich seit Anfang der 70er Jahre ein relativ stabiler Bestand von 9 bzw. 7 Betrieben bis 1982 gehalten. Im Juli 1988 gab es noch 6 Betriebe im Ort. Die Landwirtschaft ist nach wie vor der dominierende wirtschaftliche und soziale Faktor in Enkesen.
55Die Gemarkung am östlichen Rand der Gemeinde Bad Sassendorf weist gute landwirtschaftliche Bedingungen auf. Enkesen im Klei ist durch einen sehr niedrigen Grünlandanteil gekennzeichnet. Die alten und die noch aktiven Höfe bilden den Dorfkern des Ortes.
55Zahlreiche Bruchsteinmauern mit vorgelagerten Säumen begleiten Straße und Wege. Markante Hof- und Straßenbäume sind Eiche, Esche und Linde. Mehrere kleine Gehölze mit Birke, Ahorn, Weide, Robinie sind im östlichen Ortsbereich zu finden. Der abzweigende Weg nach Altengeseke ist teilweise tief in das Gelände eingeschnitten, teilweise mit artenreichen Hecken bestockt. Obstwiesen ziehen sich durch den gesamten Ort.
55 Zwei kleine Teiche im Dorf sind mit Bruchsteinmauern eingefaßt. Enkesen im Klein bietet der Fauna noch zahlreiche Lebensräume. Unbedingt erhaltenswert ist die Scheune in der Ortsmitte. Ebenfalls müssen Begrenzungsmauern erhalten und gepflegt werden.


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