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Die Ortsteile - Dörfer - Bad Sassendorfs

Bettinghausen   Im Rahmen der kommunalen Neuordnung kamen 1969 elf ehemals selbständige Gemeinden (Dörfer) in die Eingemeindung nach Bad Sassendorf. In geschichtlicher Betrachtung stellt der Zentralort seine „Kinder“ vor.
   Bevor wir aber zur Kurzbeschreibung der Ortsteile kommen, weisen wir auf die Bedeutung der Orts- und Flurnamenforschung hin, die für die Siedlungs-, Kultur- und Sprachgeschichte so groß ist, daß sie in den Vordergrund tritt; allerdings ist die Arbeit auf diesem Gebiet nicht leicht und mühelos, wie man annehmen könnte.
   Um gesicherte Ergebnisse zu bekommen, bedarf es oft weitgehender Untersuchungen der Ortsgeschichte, Geographie und Mundartenforschung. Nur die ältesten urkundlich belegten Namensformen und auch die mundartliche Aussprache bringen gegebenenfalls Deutung, selbst dann ist diese nicht immer sicher, zuweilen sogar unmöglich, denn die ältesten Formen trotzen nicht selten allen Bemühungen der Aufhellung.


Wir kamen nicht zum ersten Mal nach Bettinghausen: Das Namensfest des Dorfpatrons, des heiligen Antonius, hatte uns schon mehrfach in das kleine Gotteshaus geführt. Und der Bettinghauser landwirtschaftliche Segen, der Blumenkohl war natürlich auch schon Anziehungspunkt für uns gewesen. Dieses Mal galt unser Besuch ja keinem aktuellen Anlaß: wir wollten das ganze Dorf möglichst genau kennenlernen, um dann wieder anderen davon erzählen zu können. Es lohnt sich bestimmt um Bettinghausen, das eine solch interessante Geschichte hat! Und zudem lag es auch an diesem Tag in einer geradezu sommerlich warmen Frühlingssonne, die schon viele Knospen an die alten Bäume gezaubert hatte, die Wege und Gärten des Dorfes schmückten.

Acht Kilometer nördlich Soest; mundartl. Bettingen „Bettinghausen“, 1186 (Seibertz Urkundenbuch), „Bettinchusen“, 1517; siehe auch Bettborn, Bettbrunn, Bettendorf und Bettingen Eifel), das altprovençalische bedosca, bodosca (Kot) bestätigt bed als Lautvariante zu bod; vgl. auch bid, bud, bad, lauter Sinnverwandte für Moor, Moder, Sumpf, so daß auch für bed dieser Wortsinn gesichert ist! - Reihendorf längs der Ahse. Hier befand sich früher ein Freistuhl der Freigrafschaft Ostinghausen. Erster Kapellenbau um 1300 durch Benediktinermönche. Reste der ersten Kapelle wurden 1677 vollends abgebrochen; 1709 wurde die nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtete Kapelle mit Quadersteinen besetzt und 1881 erneut abgerissen und 1882 wieder aufgebaut.
ddDie Ortschaft Bettinghausen ist eine in ihrem alten Teil durch sehr lockere Baustrukturen gekennzeichnete Ansiedlung am nordöstlichen Rand des Gemeindegebietes. Prägend für den Ort ist die Ahse, besonders deren Auenbereich mit erhaltenswerten Grünelementen.

Wohnbevölkerung:
1939 liegt nicht vor
1946 liegt nicht vor
1961 5579
1970 4468
1981 5581
1986 6675



Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte der Ort zum Amt Oestinghausen. Er wurde als „Betenchusen“ bereits 1124 in einer Papstbulle erwähnt. Nachrichten gibt es auch über den Hof Bettinghausen, dessen Bewohner lange Zeit dem Kloster Liesborn abgabepflichtig waren. Die in den alten Urkunden genannte Ritterfamilie im Ort ist wahrscheinlich Mitte des 14. Jahrhunderts ausgestorben. Später wurde auch das adlige Gut parzelliert.
   Als Besonderheit ist die Tatsache zu nennen, daß der Ort, der durch die Ahse in das „Oberdorf“ und in das „Unterdorf“ geteilt wird, bis zur Reformation zu verschiedenen Pfarreien gehörte: das Oberdorf zur Pfarrei Weslarn, das Unterdorf zur Pfarrei Horn (Stadt Erwitte). Später wurde der gesamte Ort nach Ostinghausen eingepfarrt.
   Der Katasterplan von 1911 zeigt den Ortsgrundriß im wesentlichen in seiner heutigen Struktur. Das Straßensystem ist in seinem heutigen Erscheinungsbild bereits ausgeprägt. Prägend für Bettinghausen ist die langgestreckte Dorfform, vorrangig im Bereich der „Langen Straße“. Höfe und kleine Hofgruppen sind im „Unterdorf“ an der Langen Straße, auf der Borg zu finden; im „Oberdorf“ hauptsächlich in den Bereichen Brückenweg/Antoniusweg. Der Ort besitzt keinen klar erkennbaren Mittelpunkt. Die Bettinghausen durchfließenden Gewässer Haselbach, Ahse und Kützelbach sollten auf keinen Fall ausgebaut werden.
   Das örtliche Gemeinschaftsleben spielt sich vorrangig im gemeindeeigenen Bürgerhaus (ehemalige Schule) ab, außerdem bestehen ein Kindergarten und die Antoniuskapelle, Kinderspielplätze, Bolzplatz, Feuerwehrgerätehaus. Eingetragene Baudenkmale im Rahmen des Denkmalschutzes: Fachwerkspeicher „Auf der Borg“, Bildstock und Holzkreuz, Ecke Lange Straße / Brückenstraße.


Tips:

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