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Die evangelische Pfarrkirche St. Urban, benannt nach dem Kirchenpatron St. Urban, ist die zweitälteste Hallenkirche der Soester Börde. Die Kirche wurde im romanischen Stil in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Das Langhaus ist zweijochig mit kuppelförmigen Gratgewölben in den Seitenschiffen und einhüftigen Tonnengewölben in den Seitenschiffen. Gewölbe- und Chormalereien, vergleichbar mit denen der Kirche Maria zur Höhe in Soest, sind in gutem zustand erhalten. Aus dem 12. Jahrhundert stammt der kräftige quadratische Westturm mit Rundbogenblenden. Die Kirche hat eine wertvolle Inneneinrichtung und romanische Wandgemälde.
Quelle:Romanische und gotische Kirchen im Kreis Soest beiderseit des Hellwegs, Herausgeber: Kreis Soest

 

 

Der Heilige Urban (Papst von 223 bis 230) ist der Patron des Weinbaues. Die Evangelische Kirchengemeinde Weslarn führt ihn in ihrem Siegel. Die ältesten erhaltenen Teile der Kirche sind der Turm, Chor und die Sakristei. Erbaut wurden sie 1100 bis 1150. Das Langhaus ist eine dreischiffige Hallenkirche, die etwa 80 Jahre später, vermutlich auf Fundamenten eines früheren Langhauses, errichtet wurde. Die Kirche ist 22,27 m lang und13,80 m breit. Die Scheitelhöhe der Mittelgewölbe beträgt 16,23 m, der Turm hat eine Höhe von 34 m. Die Kirche war in kriegerischenZeiten die Zuflucht der Weslarner Einwohner. Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammt auch der in der Sakristei befindliche Kasten, in dem die Gelder der Gemeinde aufbewahrt wurden.

Die Deckenmalereien des Langhauses stammen aus dem 13. Jahrhundert. Beherrschendes Motiv sind die Lebensbäume. Versinnbildlicht wird die Schönheit des Himmels. Dabei werden Gestalten und Mächte, die den Zugang zum Himmel erschweren, im Bereich der Säulen zur Darstellung gebracht. Es sind zwei Teufel, die einem Engel die menschliche Seele zu entreißen versuchen und eine Frau mit herzförmig aufgetragenen Wangenrot. Das ist vermutlich eine Darstellung der Hure von Babylon, einer apokalyptischen Gestalt aus der Offenbarung des Johannes. Die Malereien wurden unter neun Farbschichten etwa um 1900 freigelegt. 1955 erfolgte eine erneute Restaurierung, bei der der Originalzustand wiederhergestellt werden konnte.

Der Taufstein in der Taufkapelle stammt aus der Zeit des Kirchenbaues. Die ornamentale Gestaltung (Vogel, Nest, Ei) thematisiert das Leben, das aus der Taufe wächst und in der Gemeinschaft behütet wird. Über dem Taufstein befindet sich eine Darstellung der Marienkrönung. Die Gestalt der Maria war stark zerstört und wurde bei der Restaurierung ergänzt. die Christusgestalt dagegen ist sehr gut erhalten. Die Brustbilder darunter stellen die Apostel Petrus und Paulus dar.

Von der ursprünglichen Ausmalung des Chorraumes ist nichts mehr vorhanden. Das Sakramentshäuschen ist aus gotischer Zeit, der Diakonenstuhl aus dem Jahre 1622. Die beeindruckende Gestalt, die im Chorraum Platz gefunden hat, ist wahrscheinlich eine Darstellung des Heiligen Patroklus. Das Original aus dem 13. Jahrhundert befindet sich jetzt im Westf. Landesmuseum in Münster.Bei der Restaurierung der Sakristei in 1973/74 kamen ursprüngliche Ornamente und figürliche Malereien zum Vorschein, die um etwa 1880/90 entstanden sind. Sie sind eine Darstellung der Legende der Heiligen Cäcilia. Ähnliche Malereien befinden sich auch in der Petrikirche zu Soest.
Auch ein Grab wurde gefunden. Es ist jedoch nicht belegt. Vielleicht wollte hier ein Stifter oder Gönner der Kirche beigesetzt werden. Er kehrte aber vermutlich von einem Kreuzzug nicht zurück.

Der Tisch des Altares ist vermutlich um 1300 entstanden. Der Aufsatz ist ein Barockwerk. Das Gemälde darauf zeigt die Kreuzigung und darüber die Himmelfahrt Christi. Die Seitenbilder beinhalten Petrus und Matthias.

Die Kanzel entstand um 16oo.

Die jetzige Orgel wurde 1898 angeschafft zum Preis von 4187 Reichsmark, nachdem die aus dem Jahre 1702 stammende Vorgängerin unbrauchbar geworden war.

Drei Glocken weist der Glockturm aus. Die kleinste wurde im Jahre 1492 aus Bronze gegossen und hat einen Durchmesser von 87 cm, die zweite Bronzeglocke aus dem Jahre 1557 hat einen Durchmesser von 103 cm, während die dritte Glocke aus dem Jahre 1930 stammt, einen Durchmesser von 150 cm hat und aus Stahl gegossen wurde. Im Jahr 1930 entfiel das von Hand Läuten für den Küster durch die Anschaffung einer elektrischen Läuteanlage.

Weslarn war das erste Dorf in der Soester Börde, von dem berichtet wurde, daß ab 1529 in der Messe die Lieder in deutscher Sprache gesungen wurden.
Am 25. Oktober 1532 ergeht an die Pfarrer der Stadt Soest und der Börde eine Aufforderung des Rates der Stadt Soest, das Volk nach dem lauteren Wort Gottes, das der Rat angenommen hat, zu lehren und zu handeln.
(Quelle: Kurzinformation für Besucher, Verfasser AF/hhfm)

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